Schnegel und Wegschnecke

 
Tigerschnegel (Limax maximus) und Wegschnecke (Arion vul-
garis). Bild: Martina Eleveld.

Die meisten Schnegel sind nicht schädlich. Daher sollte man im Garten nicht nur nichts gegen sie unternehmen, sondern sie schützen, wenn man beispielsweise einmal in Betracht zieht, dass der Tigerschnegel (Limax maximus) Wegschnecken und ihre Gelege frisst. Während die einzelnen Schnegelarten teilweise etwas schwer auseinander zu halten sind, ist die Unterscheidung zwischen einem Schnegel und einer Wegschnecke grundsätzlich bei den meisten Arten eigentlich sehr einfach.

Limax Schaubild
Bestimmungsmerkmale eines Schnegels (Limax):
A; Kopf; B: Mantelschild; C: Rücken und Schwanz. D: Kiel; E: Fußsaum, bzw. Fuß-
sohle; F: Atemloch; G: Genitalöffnung; H: Kleine Fühler; I: Augenfühler.
Quelle: Slugs - A Guide to the Invasive and Native Fauna of California, verändert.
 

Äußerlich kann man Schnegel und Wegschnecken vor allem an zwei Merkmalen unterscheiden: Der Kiel bei den Schnegeln, der den Wegschnecken fehlt. Auf englisch heißen die letzteren daher "round back slugs" (Rundrücken-Nacktschnecken) und die Schnegel "keel back slugs" (Kielrücken-Nacktschnecken). Da diese Beschreibung sich rein auf das Äußerliche richtet, betrifft sie nicht nur die Schnegel, sondern auch kleinere, gekielte Nacktschneckengruppen, wie Ackerschnecken (Agriolimacidae) und Kielschnegel (Milacidae).

Das zweite grundlegende Unterscheidungsmerkmal ist das Atemloch, das sich bei den Schnegeln in der hinteren, bei den Wegschnecken jedoch in der vorderen Hälfte des Mantelschildes befindet.

Allgemein gesprochen haben die Schnegel einen deutlich schlankeren Körperbau als die Wegschnecken. Dies ist allerdings sehr relativ, auch Schnegel können bei guter Nahrungsversorgung natürlich recht korpulent werden.

Unterschiedlich bei Schnegeln und Wegschnecken ist meist auch die Färbung des Körpers.

  Limax Schale
Innere Schale eines Tigerschnegels (Limax maximus).
Bild: Jonathan Neumann.

Während viele Schnegel oft getigert oder gefleckt, manchmal sogar getupft, sind, sind die großen Wegschneckenarten im Allgemeinen einfarbig, die kleinen Arten verfügen oft über Längsstreifen an den Seiten oder auf dem Rücken. Ebenso sind die Jungtiere vor allem der Spanischen Wegschnecke (Arion vulgaris) ebenso gestreift und unterscheiden sich deutlich von den Alttieren.

Die Färbung ist als Unterscheidungsmerkmal jedoch nur sehr bedingt zu gebrauchen, denn Schnegel sind in Bezug auf ihre Färbung sehr variabel. So gibt es neben der gestreiften Variante auch einfarbige Varianten des Schwarzen Schnegels (Limax cinereoniger), die auch ganz ungewohnt hell sein können. Bei den zahlreichen sehr unterschiedlichen italienischen Schnegelarten kann man gar nicht mehr davon sprechen, dass sie in größerer Zahl gefleckt oder getupft wären; viele Arten sind auch einfarbig.

Ein Unterscheidungsmerkmal kann man äußerlich nicht erkennen, es soll aber dennoch hier erwähnt werden: Schnegel besitzen unter ihren Mantelschild noch den Überrest (Rudiment) einer Schale in Form eines kleinen Kalkplättchens. Wegschnecken hingegen besitzen keinen inneren Schalenrest mehr, bei ihnen finden sich unter dem Mantelschild nurmehr einzelne Kalkkörner.

  Großer oder Tigerschnegel (Limax maximus)   Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris)
Größe bis 200 mm.   80 bis 120 mm.
Kiel Vorhanden. Etwa ein Drittel der Körperlänge.   kein Kiel.
Atemloch Befindet sich in der hinteren Hälfte des Mantelschildes.   Befindet sich in der vorderen Hälfte des Mantelschildes.
Färbung Meist hell und dunkel gefleckt oder getigert.   Einfarbig: ziegelrot bis braun. Jungtiere braun mit deutlich erkennbaren Seitenbinden.
Abbildung Limax cinereoniger
Schwarzer Schnegel (Limax cinereoniger).
Bild: Martina Eleveld.
  Arion vulgaris
Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris).
Bild: Robert Nordsieck

Abschließend soll hier nochmals betont werden, wie wichtig es ist, Schnegel und Wegschnecken im Garten zu unterscheiden. Während Schnegel nicht schädlich sind und sogar schädliche Schnecken fressen, sollte man Wegschnecken absammeln und in ausreichender Entfernung vom Garten aussetzen. Gift, etwa Schneckenkorn, das im Garten ausgebracht wird, macht keinen Unterschied zwischen nützlichen und schädlichen Nacktschnecken und ist, nicht nur deswegen, grundsätzlich abzulehnen.